Wie meine erste CD entstanden ist.

   Wie kommt meine CD in einen Musikladen?

   Wie kommt sie auf Spotify?

   Wer macht die Aufnahmen?

   Was ist ein EAN- und ein ISRC-Code und woher bekomme ich die?

   Wie entsteht das Design des CD-Booklets und des DigiPacks?

 

Diese und noch viele andere Fragen habe ich mir vor meinem ersten Album gestellt. Und weil ich unbedingt eine CD herausbringen wollte, habe ich mich auf die Suche nach Antworten gemacht. Denn im Musikstudium lernt man sowas nicht. Und es kommt in der Regel auch kein weltbekannter Produzent um die Ecke und fragt, ob ich mit ihm in seinem Studio ein Album aufnehmen möchte. Oder ob ich bei seinem Label/Verlag/Vertrieb unterkommen möchte und dieser die Kosten für meine CD bezahlt. In der Regel ist da keiner, den das wirklich interessiert, denn die wenigsten Menschen haben überhaupt noch CD-Player. Aber für mich war es wichtig: ich wollte wie ein:e Maler:in etwas Haptisches haben, ich wollte etwas in meiner Hand halten, worüber ich sagen kann "Guck mal, das hab ich gemacht". Denn Musik ist vergänglich. Was man heute geübt hat, hat man morgen oft schon wieder vergessen. Ein:e Musiker:in ist nie fertig wie eine Maler:in, sondern muss jeden Tag wieder von vorne anfangen. Und weil du dich vielleicht auch schon gefragt hast, wie eine solche CD überhaupt entsteht, möchte ich für dich den Entstehungsprozess von meinem allerersten Album rekapitulieren:

meine erste cd!!!

2018 habe ich angefangen, mein Soloprogramm zu kreieren. Ich bin mit meinen selbst bearbeiteten und komponierten Stücken/Songs für Cello, Gesang und Loopstation auf die ersten Bühnen gegangen und habe mich den Herausforderungen dieses für mich unbekannten Terrains gestellt, denn ich selbst hatte natürlich Null Ahnung von Konzertakquise, Management, Marketing, Booking etc. All sowas lernt man - du kannst es dir sicher denken - nämlich nicht im klassischen Musikstudium. 

 

Mein nächster Traum war eine CD. Um diesen Traum zu verwirklichen, brauchte ich verständlicherweise finanzielle Mittel - für das Recording, aber auch für die CD-Pressung an sich und das Design. Im Dezember 2018 startete ich also mein Crowdfunding. Ich wusste nur grob, mit welchen Kosten ich in etwa rechnen musste und habe überschlagen - wie ich später gemerkt hatte, war es viel zu wenig. Über das Crowdfunding habe ich 1348,-€ eingenommen - wie ich später merken sollte, würden die Gesamtkosten inkl. Werbung und Messestand auf ca. 10.000,-€ steigen, selbst wenn ich versuchte, alles so günstig wie möglich zu halten. 

 

Ich habe mich für die amerikanische Crowdfundig-Plattform Indiegogo entschieden, da dort das gesammelte Geld nicht vom Erreichen einer bestimmten Zielsumme abhängt, sondern jede:r soviel geben kann, wie er/sie kann und mag. Was die Sache erschwert hat, war die Tatsache, dass die Plattform auf Englisch ist: viele meiner deutschen Fans sind durch das Bezahlsystem und dass es nur mit Kreditkarte möglich war, abgeschreckt worden. Allerdings muss ich dazu sagen: auf den deutschen Plattformen muss man immer eine Mindestsumme erreichen, sonst fällt der Betrag an die Unterstützer:innen zurück - das fand ich zu riskant zum damaligen Zeitpunkt. 

erste vorbereitungen

Ich habe mich für die Aufnahmen im Studio meines Kollegen Jan Koslowski entschieden. Noch war ich mir aber nicht ganz 100%ig sicher, welche Songs auf das Album sollten: sollte ich die drin lassen, die mehr Mainstream waren oder mehr von meinen eigenen Titeln? Jahrelang hatte ich nur Musik von anderen gespielt, einerseits im Orchester und andererseits Standard-Songs auf Hochzeiten und Veranstaltungen, und war noch sehr unsicher, ob das, was ich selbst machte, überhaupt gut war. Ich ließ also meine Fans abstimmen: Ich hatte die besten Songs und Stücke ausgewählt und zuhause "quick & dirty" mit Garageband aufgenommen. Und wie sehr freute ich mich, als ich merkte, dass meine Fans den gleichen Geschmack haben wie ich! Was für ein Glück, dass keiner davon Mainstream hören wollte!! 😅

GEMA-Mitgliedschaft

Das Crowdfunding für meine CD endete im Februar 2019 und, obwohl mir bewusst war, dass ich mit den Einnahmen nicht die kompletten Produktionskosten abdecken konnte, so war ich doch sehr, sehr dankbar für jeden, der mich dabei unterstützt und dazu beigetragen hatte, dass das Album zum Leben erweckt werden konnte. 

 

Mittlerweile hatte ich alle Cellospuren eingespielt, die erstmal gemixt werden mussten, bevor ich die Vocals einsingen konnte.

 

Im Januar hatte ich mich für die Mitgliedschaft bei der GEMA angemeldet. Im Februar wartete ich noch auf den kompletten Abschluss des Vertrags, damit ich meine Kompositionen anmelden und auch die Vertonungsgenehmigung für die CD beantragen konnte.

 

Ich plante außerdem ein Foto-Shooting und hatte ein neues Logo in Auftrag gegeben (wenn du hoch scrollst oben links: das Cello mit dem Mikrofon). 

Würde meine Stimme meinen Ansprüchen genügen?

Ich muss zugeben, dass ich am Anfang noch sehr unsicher bezüglich meiner Stimme war: ich hatte zwar als Kind Gesangsunterricht genommen, aber der war 1) klassischer Gesang und 2) seeehr lange her. Seit 2018 nahm ich eigentlich erst modernen Gesangsunterricht: Würde es meinen Ansprüchen genügen? Würde ich sauber singen? 

 

Das Foto-Shooting im März 2019 mit Charles Schrader war ein großer Erfolg: er hatte in allerletzter Minute eine Lost-Place-Halle in Frankfurt aufgegabelt, die ein paar Tage später abgerissen werden sollte. Wir kamen an und ich war hin und weg: in der alten Industriehalle stand ja mittendrin ein Klavier!! Was für ein Traum! Ich setzte mich oben drauf und die ersten Fotos entstanden - dieses Foto musste natürlich unbedingt auf die CD!! Nachfolgend ein musikalischer Eindruck von dem Shooting, hier mit einer anderen Perspektive:

Was ist ein digitaler Distributor und wo lasse ich meine CD pressen?

Das neue Logo war mittlerweile auch fertig und meine Mitgliedsnummer von der GEMA hatte ich ebenso erhalten.

 

Jetzt musste ich mir langsam überlegen, bei welchem Anbieter (im Fachjargon sagt man: digitalen Distributor) ich mein digitales Album herausbringen wollte, denn das läuft unabhängig von dem physischen Album. Damit meine Musik auf Spotify, AppleMusic, Amazon und den ganzen anderen Plattformen erhältlich ist, muss es bei einem Distributor hochgeladen werden. Die Songs erhalten dann spezielle ISRC-Codes, damit sie im Internet und im Radio eindeutig zugeordnet werden können. Es gibt verschiedene Anbieter, denn ob man zu Recordjet, iMusician, CD Baby, Distrokid oder anderen geht, hängt von verschiedenen Aspekten ab: ob man ein Abo oder eine einmalige Gebühr zahlen möchte, vom Genre, ob man Coverversionen macht oder eigene Kompositionen veröffentlicht und letzten Endes auch davon, welche persönlichen Erfahrungen die Kolleg:innen gemacht haben. 

 

Die nächste Frage war: wo lasse ich meine CD pressen? Ich rechnete mit einer Auflage von 500-1000 Stück und ließ mir von verschiedenen  Presswerken die Angebote zukommen. Letzten Endes hab ich mich dann für Zoundr entschieden: die sind eine deutsche Firma und ich konnte alles im Vertrag verstehen (denn ich hatte auch internationale Angebote eingeholt) und sie sahen mir sehr zuverlässig aus. 

 

Eine weitere Frage war: darf ich Coversongs überhaupt veröffentlichen? Die Antwort darauf: ja, aber ich brauchte Lizenzen dafür. Also habe ich die Komponist:innen herausgesucht und die Titel über Songfile angemeldet.

Erfolge und Misserfolge

Im November 2019 hatte ich endlich alle Aufnahmen im Kasten. Allerdings hatte es doch länger gedauert, als ich ursprünglich gedacht hatte. Bei der Arbeit an dem Album sah ich mich mit verschiedenen (vor allem zeitlichen) Hindernissen konfrontiert, die außerhalb meiner Kontrolle lagen. Es wurde mir relativ früh nahegelegt, ich solle zuerst einen Releasetermin festlegen und dann rückwärts alle dazugehörigen Schritte planen. Allerdings funktionierte das bei mir nicht. Zunächst war ich mir mit der Qualität meiner Stimme noch unsicher. Ich war mir nicht sicher, wann ich bereit sein würde und wann mir meine Lehrerin ein "Okay" geben würde. Bisher war ich immer nur die Cellistin und fühlte mich noch nicht als Sängerin - aber es war mein Ziel, meine eigenen Lieder zu singen und ich wusste, dass ich das mit meinem musikalischen Hintergrund und mit meiner Willenskraft erreichen konnte. Und endlich war es soweit: Ich war wahnsinnig stolz und zufrieden mit dem Ergebnis, das ich beim Durchhören der "rohen" Songs feiern durfte, und konnte es kaum aushalten, das Ergebnis zu teilen!

 

Außerdem war da das Problem mit der Zeit: Ich hatte viele Jobs zu spielen - von Solo-Auftritten über Streichquartett bis hin zu Orchester und Unterricht - und ebenso viel Arbeit hatte auch mein Produzent. Deshalb war es manchmal einfach schwierig, einen gemeinsamen Termin für die Aufnahmen zu finden. 

 

Und es gab natürlich auch die Misserfolge: diesen Tag, an dem ich am Vortag zu viel gesungen hatte, dass meine Stimme schnell heiser klang und ich nach einem einzigen aufgenommenen Song schon wieder nach Hause fahren musste. Und der Tag, an dem ich einen Song unter Schmerzenstränen eingespielt habe, weil meine Finger und mein Arm durch das Spielen dieser vielen 4-saitigen Akkorde so unglaublich weh taten (zugegeben: auch hier hatte ich die Tage zuvor offensichtlich zu viel geübt). Ich muss ehrlich gestehen: Ich hatte den ganzen Prozess, der hinter einer CD-Aufnahme steckt, völlig unterschätzt - allein, weil ich es noch nie gemacht hatte und die Erfahrung einer Kollegin eine vollkommen andere sein kann als die eigene. Für das Cover-Design habe ich so viele Versionen ausprobiert, bis ich beim endgültigen Ergebnis gelandet bin - und dieser Prozess war bei jedem einzelnen und noch so kleinen Detail so!! Und hier sind sie, all die Ideen, die es nicht auf's Cover geschafft haben: 

Was sind ISRC-, LC- und EAN-Codes und wo bekomme ich die her?

Jetzt waren die Aufnahmen im Kasten und mussten von Jan fertig gemixt werden (Mischen oder Mixing nennt man den Prozess, bei dem der Produzent die besten Aufnahmen auswählt, die Spuren anpasst und zu einer Stereo-Audiodatei kombiniert). Danach folgte dann das finale Mastering: dort bekommen die Songs ihren Feinschliff. Was dabei genau passiert, habe ich immer noch nicht so ganz genau verstanden, nur dass spezifische Sounds ausgewählt werden und die Tonspuren (jetzt nur noch eine pro Song) nochmal durch verschiedene Geräte geschickt werden. Außerdem werden den Songs beim finalen Mastering (der DDP-Image-Erstellung) die ISRC-Codes, die mir das Presswerk zur Verfügung gestellt hat, aufgeschrieben. So können sie eindeutig von Streaming-Plattformen und vom Radio zugeordnet werden. Damit ja kein Fehler unterläuft (weder beim Mastern noch beim Pressen auf die CD), werden alle Songs mit Name, Tracknummer, ISRC-Code und Spiellänge in einer Label Copy aufgelistet.

 

Ich hatte mich letzten Endes für ein 4-seitiges Digipack mit 8-seitigem Booklet entschieden (ich mag an den Jewel-Cases nicht, dass die Plastik-Verpackung so schnell zerbricht - bei mir jedenfalls - und dass man so viel fummeln muss, um das Booklet heraus zu bekommen). Ich hatte das Layout von CD und Booklet für mich in einer Rohfassung gestaltet und habe mir dann Monira als professionelle Grafikerin zur Unterstützung gesucht, die es in die offiziellen Templates des Presswerkes eingepasst hat.

 

Das Presswerk stellte mir außerdem seinen LC (den Labelcode, denn ohne Label darf man eine CD nicht pressen oder öffentlich vertreiben) und zwei verschiedene EAN-Codes (manchmal heißen die auch GTIN-Codes, das sind die Strichcodes für den Scanner) zur Verfügung. Ich habe nämlich zwei verschiedene Arten des Albums pressen lassen: 500 Stück in der offiziellen Version mit Booklet im Digipack und 300 Stück im Pappschuber ohne Booklet (die waren als Geschenke, Presse- und Veranstalter-Werbung und Messeartikel gedacht). Und weil es dich sicher interessiert, mit welcher Hausnummer man da rechnen muss: 1624,35€ haben mich die 800 CDs gekostet. 

 


Was muss ich alles bei der GEMA anfordern?

Selbst im November 2019 konnte ich mich noch nicht auf ein Erscheinungsdatum festlegen, da es noch zu viele Unbekannte gab, mit denen ich rechnen musste. Die großen Stars produzieren an einem Tag ihre CD und verkaufen sie am nächsten. Doch dahinter steckt ein riesiges Netzwerk an Promotern und Managern - mit dem ich als Privatperson und noch so viel DIY-Kenntnissen nicht mithalten kann. Also war mein Plan: das Releasedatum erst zu kommunizieren, wenn ich wusste, wann ich die CDs vom Presswerk zugeschickt bekommen würde.

 

Bei der GEMA hatte ich mittlerweile alle meine eigenen Titel angemeldet. Jeder Titel bekommt dabei eine eigene Werknummer und einen ISWC-Code. Außerdem gibt es die Möglichkeit, den Song als .wav-Datei in das System der GEMA hochzuladen - meiner Meinung nach ein guter Schutz gegen Plagiate. Damit ich die CD pressen durfte, musste ich außerdem eine Tonträgerlizensierung für das Album vornehmen. Im Anschluss daran erhielt ich eine Auslieferungsgenehmigung, die ich an das Presswerk geschickt habe, damit sie die CD pressen dürfen. Was hat mich die komplette CD-Anmeldung bei der GEMA gekostet? 1122,39€ für die CD mit 12 Titeln. 

 

Als digitalen Distributor hatte ich mich zunächst für iMusician entschieden. Später stellte sich heraus, dass "MARA" als Künstlername eine ziemliche Fehlentscheidung war: es gab natürlich nicht nur eine Mara, die auf die Idee gekommen war, ihren Vornamen als Künstlernamen zu nehmen. Deswegen war mein Album in jedem Music-Store bei einer anderen Mara und einem anderen Profilbild gelandet. Ich bin kurzentschlossen nach dem Release zu Recordjet gewechselt, um festzustellen, dass das Problem das gleiche bleiben wird: Einzig ein Wechsel des Künstlernamens zu "MARA the singing cellist" sollte mir ein eigenes Künstlerprofil ermöglichen.

 

Zu einem richtigen Release durften natürlich auch Musikvideos nicht fehlen, denn gerade in Social Media klicken die wenigsten auf einen Link, wenn nicht noch ein Video dabei ist. Deshalb hatte ich währenddessen noch 2 Videos vorbereitet: das eine ("Land of Thee") wollte ich als Aperitif 1-2 Monate vor dem Album-Release veröffentlichen, das zweite ("Fly") zusammen mit dem Album-Release.

Es geht dem Release entgegen!

Ich war mega happy mit der Arbeit, die Jan geleistet hatte! Es war ein richtiges Gesamtkunstwerk geworden und wir haben absichtlich ein paar Geräusche wie Regen oder Grillenzirpen und sogar das Rauschen einer Schallplatte bei manchen Tracks eingebaut. Die Honorare für die Produzenten werden übrigens nach Stunden abgerechnet und ohne jetzt interne Details preis zu geben kann ich sagen, dass wir insgesamt mit Recording, Mixing und Mastering auf über 60 Stunden gekommen sind.

 

Vom 27.-29. Januar war ich dann auf der Kulturbörse in Freiburg. Ich wollte diese Chance und den Austausch mit den Veranstaltern nutzen, um für mein Album Werbung zu machen. Und natürlich wollte ich schon zumindest die CDs im Pappschuber dabei haben, die in allerletzter Minute, nämlich einen Tag vor Abreise, noch geliefert wurden (ich hatte mir schon überlegt, welche Notlösung ich mir ausdenken sollte, falls ich sie nach Freiburg liefern lassen müsste!)!! Ich war so happy!! Aber auch über meine erste Teilnahme an der Kulturbörse an sich mit einem eigenen Stand mit pinkem Teppich und frisch designten Bannern!!! (Und ich glaube, ich darf das sagen: ein paar Kollegen waren ein bisschen neidisch auf meinen tollen Stand!😂) Und ja: wir haben damals schon über diesen Virus geredet, der in China herumschwirrte. Aber keiner, nein wirklich keiner hätte ja geglaubt, dass er das ganze Konzertleben so komplett für 16 Monate flach legen würde und meinen bis ins Detail geplanten CD-Release am 20. März 2020 einfach so sang- und klanglos in den Wirren untergehen lassen würde.

 

Meine physische CD als Digipack war mittlerweile auch von Zoundr gepresst worden und im Februar hielt ich sie in den Händen: Ich war begeistert, wie sie nicht nur toll aussah sondern auch klang!! Monira hatte mir bei der finalen Umsetzung des Designs geholfen und mich in allerletzter Minute davor bewahrt, dass die Innenseite des Digipacks nicht außen gedruckt wird (das Presswerk hatte mir nämlich ein falsches Template geschickt). Die CD ist übrigens in meinem Shop erhältlich. 😉

 

Am 20. Februar konnte ich nun endlich die fertigen CDs an alle Unterstützer meines Crowdfundings schicken! Was war das für ein tolles Gefühl, nach einem Jahr endlich dieses große Projekt abschließen zu können und mich der Werbung für meinen Release widmen zu können!!

 

Jetzt war es an der Zeit, den Merch-Shop auch noch etwas zu füllen: ich hatte neue Bleistifte, Taschen, Mousepads und Postkarten drucken lassen und auch neue Flyer und Poster für die Konzerte entworfen. Zusätzlich zu dem deutschen Shop auf dieser Homepage hatte ich außerdem über Bandcamp noch einen englischen Shop eingerichtet, da das deutsche Shopsystem mit den automatisierten deutschen Mails natürlich nichts für internationale Käufer:innen ist. Damals war der internationale Versand für eine CD noch 4,50€ - Wahnsinn, wie die Preise in der Pandemie gestiegen sind!! Im Moment verschicke ich deshalb international nur auf Anfrage, weil die Preise für jedes Land anders sind.

 

Was ich nicht geschafft habe, war der physische Vertrieb, also "wie bekomme ich meine CD in die Musikläden?". Das ist alles viel zu kompliziert und Kolleg:innen haben mir erzählt: die CDs werden dort sowieso nur gekauft, wenn du ein Konzert in der Stadt hattest. So auf Verdacht kaufen die keiner. Also habe ich mir die Mühe gespart, habe ein paar kleinere Läden auf Kommission angefragt und darauf gesetzt, dass die meisten das Album hoffentlich eh über meinen Shop mit Autogramm kaufen wollen, denn dann kommt wenigstens alles bei mir an.

Und plötzlich ist Release-Tag...

Am 20. März 2020 ist dann mein Album herausgekommen und ganz "pünktlich" hat am Freitag, dem 13., Corona dazwischen gefunkt und ich musste alle meine Konzerte absagen. Es war also eher ein Black-Friday-Release... So komplett OFF THE BEATEN TRACK! 

 

Aber: ich war sehr dankbar, nicht nur für das andauerndes positives Feedback aller meiner Unterstützer:innen, sondern auch für eure Unterstützung in der gesamten Pandemie-Zeit!! Ihr habt zu Beginn fleißig meine CDs gekauft und obwohl die CD-Produktion ein ziemliches Loch in mein Konto gefressen hatte, habt ihr mich dazu ermutigt, weiter zu machen!!! Ihr habt mir liebevolle Nachrichten geschickt und mir via Paypal Geld überwiesen!! Ihr seid in meine (wenigen) Konzerte gegangen und habt alle Möglichkeiten unter diesen Umständen genossen! Ihr habt mein Online-Konzert vom 01. Mai besucht und mich damit mit meiner Freude über das Album noch übertroffen!! Ihr wart da für mich - und dafür bin ich euch wahnsinnig dankbar!! Ich vertraue darauf, dass ihr euren eigenen Weg "Off the beaten track" findet und mutig geht. Dass ihr Hindernisse überwindet und optimistisch seid, dass die richtigen Lösungen zur richtigen Zeit kommen! Das erste Mal ist immer das schwierigste, denn man muss abseits der ausgetretenen Pfade ja noch das ganze Gestrüpp aus dem Weg räumen. Aber je öfter ihr euren Weg geht, desto einfacher geht es und desto selbstbewusster werdet ihr, dass es wirklich der Weg ist, der zu euch und eurer Persönlichkeit passt. Ich drücke euch virtuell und wünsche euch von Herzen alles Gute dabei!! Und wenn du auch Musik machst, dann gebe ich dir nur einen wichtigen Ratschlag: PLAY AS YOU ARE!!

 

Song auf Spotify pitchen

Und wenn du jetzt schon bis hierhin gelesen hast, dann interessiert dich ja auch vielleicht, wie du deine Musik auf Spotify pitchen kannst. Am besten, du suchst dir 1-2 Songs von eurem Album aus und veröffentlichst sie als Single vor dem eigentlichen Album-Release. Dann planst du den Release der Singles entweder im Abstand von 14 oder 7 Tagen, um ein bisschen Vorfreude für das Album zu schüren. Den genauen Ablauf auf Spotify habe ich dir in dem Video erklärt. Viel Freude damit!

 

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